Nun sitz ich hier und eine tiefe Traurigkeit erfasst mich... komischerweise gleichzeitig mit einer Welle der Hoffnung, der Verzweiflung, der Vorfreude, der Erinnerung, der Fragen...
Ich habe 6 sehr interessante Wochen hinter mir, die mich immer wieder von einer zur Anderen Welle schubsten... meine Zeit im Praktikum.
Da war die erste Woche, in der alles so fremd war. Die eigene Welt auf bestimmte Zeit verlassen und auf der Durchreise eine komplizierte Aufgabe lösen.
Der Versuch dort zu Hause zu sein, wo man doch nur so kurz bleibt.
Die zweite Woche schloss sich an mit ihren Herausforderungen in dieser so anderen Welt.
Doch langsam habe ich das Gefühl, dass alle gemerkt haben, dass ich da bin.
In der Dritten Woche sind jedoch auch noch längst nicht alle Fragen geklärt und ich zweifle an meiner Kompetenz während ich versuche meine Sache sehr gut zu machen. Ein Gefühl von Unsicherheit plagt mich öfter als ich es will. Ich möchte diese Reise nicht als Zwischenzeit sehen sondern alles mitnehmen und alles geben, was ich kann. Jeden Tag für mehrere Stunden bin ICH völlig unwichtig. Alles dreht sich um Andere und um ihre Gefühle. Langsam lerne ich sie kennen, während mir das System noch Schwierigkeiten bereitet.
Die vierte Woche bringt mit dem schönen Wetter auch mehr Sicherheit und weniger Zweifel.
Ich scheine mich gut auszukennen und es schleicht sich sogar ein Gefühl von Heimat ein.
Jeden Tag versuche ich mehr und mehr meine Umwelt zu verstehen und die Menschen, die mir begegnen und WIE sie mir begegnen. Waren sie noch wenige Wochen zuvor noch fremd, sind sie mir jetzt schon sehr vertraut. Neue Menschen kommen hinzu. Ganz Andere.
Durchgängig ist mein ganzes Sein beteiligt. Fragen über Fragen, die nach Antworten suchen.
Was ist das beste für welche Situation? Wo bin ich und wo bist du? Wie kann ich dir helfen?
Schlechte Erlebnisse werfen mich kleine Stücke zurück...motivieren mich sogar noch mehr.
Ich merke es in allen Wochen: Ich wachse!!!!
Als fünf Wochen vorbei waren gönnt sich der Gedanke an den Abschied einen ersten Besuch. Ich stoße ihn beseite und arbeite weiter. Weiter dem Ziel entgegen.
Doch die sechte Woche lässt nicht lange auf sich warten und beschert die traurige Wahrheit. Die Reise ist schon bald zu Ende. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.
Jetzt will mein Kopf nicht mehr mit. Es ist noch so vieles zu tun und man könnte so vieles retten, Aufgebautes festigen.
ODER? Zurücklassen ist schrecklich. Ich will es nicht. Ich möchte mein altes Leben mit der Reise zusammen. Ich will die Reise mitnehmen. Sie tut mir gut. In allen Bereichen meines Lebens.
Aber sie muss hier bleiben. Und diese traurige Gewissheit zerrt an mir. Wenn ich nicht die ganze Reise haben kann, dann nicht wenigstens einen kleinen Teil??? Ich möchte ihn nicht loslassen. Nicht loslassen müssen. Es fällt mir schwer.
Jetzt ist der Abschied nah und ich weiß endlich was ich hatte. Die Reise hatte für mich erst jetzt begonnen! Geschenke und Worte der Liebe verschlimmern den Abschied. Es ist so lieb gemeint und rührt mich zu tiefst. War dann das Zeifeln berechtigt? Oder hatte meine Reise wirklich DEN SINN, den ich mir erhofft hatte?
Es soll nie wieder so kurze Reisen in meinem Leben geben, bei denen ich das Gefühl habe alles begonnen aber nichts zu Ende geführt zu haben. Denn vielleicht hätte ich manches zu Ende bringen können...wenn ich nur ein bisschen mehr Zeit gehabt hätte!
Loslassen ist hart aber es wartet noch so vieles auf mich! Ich muss darauf vertrauen!

2 Kommentare:
willkommen im club, süße!
ich würde am liebsten auch weitermachen =)
be blessed!
Du wirst in Marburg auch gebraucht,
bist zu begehrt und ich sprech mittlerweile aus Erfahrung;)
Der dich am meisten mag...
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